Wietze hat Energie und hier zu leben, ist goldrichtig!

Wetter: Sturmkatastrophe 1972

Helft Sturmschäden beseitigen Ein Aufruf der Gemeinde Wietze Liebe Bürger! Durch die Sturmkatastrophe am 13. November 1972 wurden die Wietzer Waldflächen weitgehend in Mitleidenschaft gezogen. Um Versorgungswege und Lichtleitungen von umgestürzten Bäumen freizumachen, haben die Feuerwehrmänner unserer Gemeinde mehrere Tage im Einsatz gestanden. trotzdem sind heute noch zahlreiche Wege durch Bäume gesperrt. An anderen Stellen bilden entwurzelte Bäume. die in den Kronen anderer Bäume hängen geblieben sind, eine ständige Gefahr für die Spaziergänger. Inzwischen ist das Holz abgetrocknet, das herumliegende Reisig kann sich bei warmer Witterung leicht entzünden, das bedeutet große Gefahr für uns alle, denn Waldbrände drohen.

Wir rufen Sie daher auf, sich an der Räumung der Waldwege zu beteiligen. An jedem Sonnabend trifft sich die Feuerwehr, in deren Händen die Einsatzleitung liegt, um 14.30 Uhr im Feuerwehrhaus in Wietze. Bitte helfen auch Sie mit und kommen auch Sie zu diesen Räumungsaktionen. Gleichzeitig danken wir den Vereinen und Gruppen, die sich an den bisherigen Einsätzen beteiligt haben:
  • Die Junge Union
  • Die Jungsozialisten
  • Die Jugendgruppen des Sportvereins TSV Wietze
  • Das Jugend-Rotkreuz
Dr. Erich Bunke - Auszug aus seinem Buch »Wietze im 20. Jahrhundert«

Vor 40 Jahren schlug Quimburga zu
(Von Joachim Gries, CZ, 12.11.2012)

Heute vor 40 Jahren zog ein Orkan über Niedersachsen hinweg. Der später Quimburga getaufte Jahrhundertorkan führte im Landkreis Celle zu schweren Schäden. Besonders betroffen war die Forstwirtschaft. In zwei Stunden fiel etwa eine Million Festmeter Windbruchholz an.

CELLE. „Frische bis starke, zeitweise stürmische Winde, die von Südwest auf West drehen werden, wechselnde, meist stärkere Bewölkung und schauerartige Regenfälle..,“ meldete die Cellesche Zeitung in ihrer Montagausgabe vom 13. November 1972. Doch tatsächlich kam es an dem Tag heute vor 40 Jahren ganz anders. Vier Stunden wütete ein Orkan über Niedersachsen und richtete im Landkreis Celle verheerende Schäden an. Straßen und Bahnstrecken wurden durch umstürzende Bäume blockiert, Häuser abgedeckt, Strom- und Telefonleitungen unterbrochen. „Mindestens 54 Orkantote in Europa – Die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit 1962“ titelte die CZ am folgenden Tag.
Die Windmessanlage auf dem Fliegerhorst arbeitete bis zum Anschlag, was einer Windgeschwindigkeit von ungefähr 175 Kilometern pro Stunde entsprach. Später wurde in einem Bericht vermutet, dass der Orkan sogar bis zu Tempo 240 erreicht hatte. Von den beiden Westtürmen des Celler Schlosses riss der Orkan die Kupferdächer herunter, im Schlosspark wurden alte Bäume ihrer Äste beraubt, vor der Celler Union krachte der Ast einer alten Ulme aufs Pflaster. Auch der Wahlkampf zur bevorstehenden Bundestagswahl wurde durcheinander gewirbelt: Plakate und Informationstafeln krachten um und wurden zerfetzt. Auf der Kreisstraße zwischen Ovelgönne und Oldau riss der Orkan einen Lastwagen um. Zwischen Eschede und Unterlüß blockierten entwurzelte Bäume stundenlang die Gleise der Deutschen Bundesbahn. Die OHE stellte im Laufe des Vormittags ihren kompletten Zugbetrieb ein, weil eine 20.000-Volt-Leitung der Stromversorgung Osthannover beschädigt worden war. Auch in Wienhausen und im Bereich Altensalzkoth-Eversen wurden Stromleitungen zerrissen. In weiten Teilen des Kreisgebietes war am Nachmittag der Strom ausgefallen, dadurch kam auch das Telefonnetz zum Erliegen.
Ab Montagnachmittag wurden Soldaten des Panzerbataillons 34 in Scheuen eingesetzt, um mit Kettensägen die umgestürzten Bäume von den Freileitungstrassen im Bereich Waller Holz zu beseitigen. Auf mehreren Kilometern waren Bäume auf eine 20.000- und eine 60.000-Volt-Leitung gefallen und hatten die Stromversorgung im Bereich Bergen unterbrochen. Mannshoch türmten sich die 30 bis 50 Jahre alten Kiefern auf den niedergerissenen Drähten. Am Dienstagabend hatten Bergen und Teile der umliegenden Orte wieder Strom. Dagegen waren kleine Orte wie Weyhausen, Rebberlah, Altensalzkoth, Rixförde oder Schepelse auch am Mittwoch noch ohne Strom. Teilweise wurde die Versorgung durch Notstromaggregate gesichert. Pausenlos im Einsatz waren auch die Freiwilligen Feuerwehren.
Bergepanzer des Bataillons aus Scheuen räumten die Fahrbahn der Bundesstraße 3 zwischen Groß Hehlen und Offen frei, außerdem die Landesstraße 240 zwischen Groß Hehlen und Scheuen. Soldaten vom Fliegerhorst Wietzenbruch halfen bei Aufräumarbeiten im Bereich Weyhausen, auch britische und holländische Soldaten packten mit an.
Besonders betroffen war die Forstwirtschaft im Celler Raum. Auf eine Million Festmeter wurde das Windbruchholz geschätzt. Der Waldbesitz von Landrat Hubertus Bühmann in Schelploh wurde zur Hälfte gefällt. Allein im Forstamt Lüß fielen 320.000 Hektar dem Orkan zum Opfer, was dem 15-fachen der jährlichen Einschlagmenge entsprach. Das Wiederaufforsten dauerte Jahre. Ein Gedenkstein auf dem Lüßberg erinnert an den Orkan heute vor 40 Jahren.

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