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Dr. Erich Bunke: 75. Geburtstag

„Vater” der Sozialstationen vollendet das 75. Lebensjahr

(von Rolf Marheineke, CZ vom 30.12.1992)

Seinen 75. Geburtstag feiert heute der Altbürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde Wietze, Dr. Erich Bunke. Der Zahnarzt gilt auch als „Vater" der Sozialstationen in Niedersachsen.

Ans 30. Dezember 1917 wurde Erich Bunke als zweites von drei Kindern des Landschullehrers Heinrich Bunke und dessen Ehefrau Anna im heutigen Ortsteil Wohlde der Stadt Bergen im Kreis Celle geboren. Der verlorene Erste Weltkrieg und anschließende wirtschaftlich schwere Zeiten bewirkten bei Erich Bunke seit seiner frühesten Jugend eine starke Selbständigkeit und Zielgerichtetheit seines Handelns.

Im März 1937 legte er am Hermann-Billung-Gymnasium das Abitur ab, leistete im selben Jahr den Arbeitsdienst und begann noch 1937 den Wehrdienst bei der Panzerjägerabteilung 31 in Braunschweig.
Zum 1. Oktober 1939 stand die Entlassung vom Wehrdienst an, danach wollte sich Bunke beruflich der Forstwirtschaft widmen.
Der Kriegsbeginn zum 1. September 1939 vereitelte diese Pläne. Erich Bunke wurde Kriegsteilnehmer vom 1. September 1939 bis zum Ende. Er diente in Polen, Frankreich und Rußland, zuletzt im Rang eines Hauptmanns und Abteilungskommandeurs. Für seine Fronteinsätze wurden ihm unter anderem das Verwundetenabzeichen, das Eiserne Kreuz (EK 1), das Deutsche Kreuz in Gold und die Ehrenblattspange des.Heeres verliehen.
Nach kurzer Internierung kehrte er 1945 zu seiner späteren Ehefrau nach Wietze zurück. Anfängliche Einbürgerungsschwierigkeiten mit der ersten Nachkriegsverwaltung der Gemeinde löste Erich Bunke durch Heirat der Wietzer Müllertochter Lisa Heinrichs im Jahre 1946. Zu Hilfe kam ihm auch die zu dieser Zeit eingeführte Freizügigkeit in der damaligen britischen Besatzungszone.
Seine forstwirtschaftlichen Berufsvorstellungen gab Bunke mangels hinreichender Arbeitsmöglichkeiten auf und begann bereits 1945 auf Anraten von Verwandten das Studium der Zahnmedizin in Göttingen, das er 1949 mit dem Staatsexamen und der Promotion abschloss. Seither praktiziert er als Zahnarzt in Wietze mit dem besonderen Schwerpunkt der Jugendzahnpflege.

Im Jahre 1968 gründete Dr. Bunke mit einigen Gleichgesinnten den Gemeindeverband Wietze der CDU, und die Christdemokraten beteiligten sich sogleich erfolgreich an der Kommunalwahl 1968.
Bunke wurde erstmalig in den Rat und in dessen erster Sitzung zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden im Juni 1990.
Ratsherr blieb Erich Bunke bis zum Ablauf der letzten Wahlperiode.

Auf seine Initiative wurden zunächst in Wietze, später im ganzen Land Niedersachsen, Sozialstationen gegründet. Die Verbesserung der Lebensqualität für die Wietzer Bürger war ein wesentliches Ziel des Bürgermeisters Dr. Erich Bunke Mit seinem Namen verbindet die Gemeinde unter anderem den Ausbau und die Fertigstellung der öffentlichen Abwasserbeseitigung, die Errichtung des Sport- und Freizeitparkes mit zwei Bädern, Sporthalle ünd Stadion, den Ausbau der Bundesstraße 214 als Ortsdurchgangsstraße und die Gründung des Gemeindekindergartens.

Von 1970 bis 1991 war Bunke 1. Vorsitzender im Kreisverband Celle des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und Präsidiumsmitglied im Landesverband. Nach seinem Ausscheiden wurde er Ehrenvorsitzender des Kreisverbandes Celle.
Seit 1977 ist er Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen, seit 1978 Lehrbeauftragter für zahnärztliche Berufskunde an der Universität Göttingen und der Medizinischen Hochschule Hannover. Für seine vielfältigen Aktivitäten wurden Dr. Erich Bunke hohe und höchste Auszeichnungen und Ehrungen zuteil. Er ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens, der Ehrenmedaille in Gold des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes und anderer Auszeichnungen. Seine Partei, die CDU, dankte ihm mit dem Ehrenvorsitz des Gemeindeverbandes Wietze.
Die politische Gemeinde Wietze würdigte das Jahrzehnte währende ehrenamtliche Engagement Bunkes mit der Übertragung der Ehrenbürgerwürde im Juni dieses Jahres.

„Vor Gott und in Wietze ist nichts unmöglich!“ (Otto Meier, ehem. Rektor der Steinförder Schule)