So bleiben die Nervenzellen im Gehirn aktiv

Ein Muskel wird kräftiger, wenn man ihn regelmäßig nutzt. Ähnlich sieht es im Gehirn aus: Nervenzellen werden umso kontaktfreudiger, je häufiger sie aktiv sind. Hirnforscher der Universität Bonn haben nun herausgefunden, welche Prozesse bei diesem Trainingseffekt eine wesentliche Rolle spielen (die Ergebnisse erschienen im aktuellen Journal of Neuroscience).

Unser Gehirn ist kein fest verdrahteter Computer - wenn es so wäre, könnten wir nicht lernen. Beispielsweise werden häufig genutzte Signalwege immer weiter ausgebaut. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Synapsen; das sind die Kontaktstellen zwischen zwei Nervenzellen. An den Synapsen wird das elektrische Signal von der einen zur anderen Zelle weitergereicht. Mehr noch: Häufig genutzte Synapsen funktionieren wie eine Art Verstärker. Selbst sehr schwache Eingangssignale können bei ihnen zu einer starken Erregung der Nachbarzelle führen.

Diese Fähigkeit bekommen Synapsen jedoch nicht in die Wiege gelegt - sie müssen sie erlernen. Die Bonner Hirnforscher haben diesen Lernprozess genauer unter die Lupe genommen. Dabei konnten sie erstmals nachweisen, welche wichtige Rolle der Zellkörper dabei spielt. Eine Synapse besteht im Prinzip aus einer Zuleitung (dem Axon), die durch einen schmalen Spalt von einer ableitenden Faser (dem Dendriten) getrennt ist. Jeder elektrische Reiz läuft vom Zellkörper über das Axon bis zum synaptischen Spalt. Dort führt er zur Ausschüttung chemischer Botenstoffe. Diese durchqueren den Spalt und docken an den Dendriten an. Der Dendrit generiert als Reaktion ein elektrisches Signal und leitet es weiter.

Wie viel Botenstoffe an der Synapse ausgeschüttet werden, hängt von ihrem „Trainingszustand“ ab: Bei häufiger Reizung kann sie so umgebaut werden, dass sie auf einen Schlag große Mengen dieser Neurotransmitter freisetzen kann. Wenn sowohl Zellkörper als auch Synapse regelmäßig elektrisch gereizt werden, nimmt die Kontaktfreude der Nervenzelle dauerhaft zu.

Quelle: Universität Bonn

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