Wussten Sie schon, dass ein Grenzstreit zwischen Steinförde und Wieckenberg mit dem Sieg der Steinförder endete?

Steinförde: Flurnamen

Unsere Flurnamen sind auch ein Stück Vätererbe. Sie erzählen aus alten Zeiten. In erster Linie ist es ein Stück Bauernarbeit, was sich in ihnen wiederspiegelt. Bei ganz alten Dörfern trifft man auch Flurnamen, die von der Religion unserer Vorfahren erzählen. Hier in Steinförde fehlen diese alten Flurnamen. Nur im Wietzenbruche erhält die Flurbezeichnung "Heinen Soot" die Erinnerung an eine heilige Stätte wach. Ursprünglich hieß dieser Name Heidensoot oder, wie es lateinisch aufgeschrieben wurde: hedenes fontem = Heidenbrunnen.
Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren sich heimlich auch nach der Einführung des Christentums hier noch an der Quelle versammelt, nächtlich ein junges Fohlen dem alten Gott geopfert, ihre Opfermahlzeit gehalten und am Ostermorgen aus dieser Quelle das heilbringende Osterwaaser geschöpft. Daß dieser heilige Ort bestimmt eine Quelle war, beweist auch der Flurname Hedenesbornan. Der Brunnen lag zwischen dem Hellern und dem Hirschgehege.

Im übrigen aber fehlen alle alten Flurnamen in unserer Feldmark. So die alte Ackerbezeichnung wie Esch = Feld, die in der Winser und Bannetzer und Hornbosteler Feldmark gefunden werden. Auch die schwer zu deutenden Flurnamen wie Dönnerdaschen, Dönnerslagenbrink, Breis und Holtmetschenbrink finden sich nur im Wietzenbruch. Sicher sind diese Namen von den Wieckenbergern oder Leuten aus den umliegenden Orten gegeben. Hieran zeigt sich wieder, daß Wietze und Steinförde junge Dörfer gegenüber den Allertal-Siedlungen sind.

Hinter der Wietze

(nördlich der Celler Straße zwischen Eisenbahn und Südwinser Trift)

Die Ruthe
Ackerland zwischen dem Winser Weg und der Eisenbahn. Vor der Verkoppelung waren auf diesem jungen Ackerland alle Besitzer aus Steinförde beteiligt mit langen schmalen Streifen.
Bedeutung: Ruthe = Ackermaß. Oder Ruthe = Raute, wie in dem Namen Rautenkranz,

Pastorensteg
Der Fußsteig von Drösemeyers Hof über die Wietze zwischen der Ruthe und der Eisenbahn. Er soll seinen Namen nach einem Winser Pastoren erhalten haben, der diesen Steig benutzte, um seine Braut in Wietze zu besuchen.

Die Ruthengärten
Ackerland links vom Winser Kirchwege. Auch hier waren in ganz kleinen Stücken alle Steinförder Besitzer vor der Verkoppelung beteiligt.

Die Ruthenrenne
Wasserlauf nördlich dar Ruthengärten, kommt aus dem Ruthenbruch und fließt vor der Bahn in die Wietze.

Der Winser Kirchweg
Führt hinter der Brücke geradezu nach Winsen. Es war der Steinförder und Wieckenberger Kirch= und Totenweg.

Neue Gärten
Ackerland östlich vom Winser Kirchwege. Eben-falls war dieses Ackerland in schmale Streifen aufgeteilt. Der östliche Teil gehörte dem Rahte'schen Hof und wurde von ihm als Saatzuchtgarten benutzt. Auf der Verkoppelungskarte erkennt man noch deutlich die schmalen Wege zwischen den einzelnen Beeten.

Das neue Land
Ackerland nördlich der Ruthenrenne. Ist als Ackerland auf der Verkoppelungskarte noch nicht angegeben.

Schnittriede, plattdeutsch Snittrie
Ein sumpfiges Gebiet zwischen dem Südwinser Heuweg und dem Steinförder Kirchweg.

Katzenberg, plattdeutsch Kattenbarg
Ein Sandhügel am Wietzeknick. Die Bedeutung ist unklar. Man glaubt, daß hier früher die Katzen ertränkt worden sind.

Katzenbergsgraben, plattdeutsch Kattenbargsgraben
Abzugsgraben aus dem Ruthenbruche, der unterhalb des Katzenberges in die Wietze fließt.

Steinförder Kirchsteig, pl. Kerkstieg
Ein Fußsteig, der früher von Möllershof über einen Steg die Wietze überschritt und im Winser Kirchweg mündete.

Schneekamp, pl.Snäekamp
Ackerland gleich hinter der Brücke rechts vom Winser Weg. Das Land gehörte früher dem Wieckenberger Gut und hat von ihm wohl den Namen bekommen. Schneekamp, gleich Schneedekamp. Schneede = Grenze. Damals fehlte also noch sämtliches Ackerland rechts der Wietze, so lag dieses Feld für die Wieckenberger wirklich an der Grenze, Bei der Verkoppelung hatte der Rahtesche Hof das Ackerland nach Osten und Süden bedeutend erweitert.

Hornbosteler Heuweg, pl. Köttelweg
Auf diesem Wege fuhren die Hornbosteler ihr Heu aus dem Bruche, später wurde hier die Hornbosteler Trift, auf der die Hornbosteler Hirten ihr Vieh ins Bruch trieben. Die ursprüngliche Hornbosteler Trift ging über die Schafbrücke hinter der Wietzer Mühle und von dort an der heftigen Starkstromleitung zum Hannoverschen Wasserwerk entlang. Weshalb die Hornbosteler später diese Trift aufgegeben haben, sodaß die Wietzer diese alte Trift unter sich verkoppeln konnten, ist unbekannt.

Heidland
Ackerland südlich von der neuen Gärten. Hier waren hauptsächlich die Kötner beteiligt.

Steinkamp
Ackerland nördlich der Chaussee. Wahrscheinlich ist dieser Kamp nach dem Stein, welcher der Furt den Namen gab, genannt. Gerichtsstein?

Südwinser Heuweg
Südwinser Trift pl. Südwinser Braukweg.

Weg am Kaliwerk vorbei
Die Südwinser trieben hier ihr Vieh ins Wietzenbruch.

In den Tannen pl. in'n Dannen
Feuchter Wald rechts östlich der Südwinser Trift.

Im Zuschlage pl. in'n Tauslag
Ackerland westlich der Südwinser Trift. Der Name Zuschlag bezeichnet fast immer eine Abfindung durch die Forstverwaltung für aufgegebene Weiderechte. Auf der Verkoppelungskarte wird angegeben, daß der Bauer Theilmann es früher gehabt hätte, daß es aber jetzt an Flath-Thies gekommen sei.

Tannengraben
Abfluß aus dem Ruthebruche nördlich der Chaussee. Der Wasserlauf ist um 1770 künstlich mit dem Katzenberggraben zusammengelegt.

Links der Wietze

(von der Wietzer Gemarkung bis zum Wege Steinförde-Wieckenberg)

Hornbosteler Land
Ackerland. Gehörte früher zum Theishofe. Wie bei dem Dorf Wietze hat das ältere Dorf Hornbostel sich den besten Teil der Ländereien als Acker vorweggenommen.

Meinheits Teerkulen
Land südlich vom heutigen Rathause. Hier hatten Meinheit und Drösemeyer früher ihre Teerkulen.

Schneidersteig, pl. Sniederstieg
Weg zwischen Schuster Thies und dem Kirchhof auf Wieckenberg zu. Der frühere Steinförder Schneider wohnte im alten Hirtenhause. Wenn er in Wieckenberg zu tun hatte, nahm er den Richtweg auf dem Schneiderstieg.

Grabenweg
Der Weg vom Schneiderstieg nach Westen, der heute südlich vom Kirchhof nach Neuwietze läuft. Seinen Namen wird er daher haben, daß hier früher ein Entwässerungsgraben gezogen wurde. Auf der Grenze zwischen Hornbostel und Steinförde.

Kielkamp
Ackerland in dem Dreieck zwischen der Landstraße und dem Schniederstieg. Den Namen hat das Stück von der keilförmigen Gestalt.

Vor dem Dorfe
Ackerland westlich der Landstraße und nördlich vom Weg zum Langen Felde.

Kurze Blöcke
Ackerland südlich vom genannten Wege und westlich vom Meßdorsweg. Hier lag der älteste Acker von den drei alten Höfen in der Mitte des Dorfes. Weil nur so wenig Besitzer daran beteiligt waren, hatten die Felder keine langen schmalen Streifen, sondern trugen die Form von kurzen Blöcken.

Im langen Felde
Ackerland westlich davon. Es ist ebenfalls altes Ackerland. Weil die Zahl der Besitzer aber größer geworden war, verteilte man den Acker in lauter lange schmale Streifen, die von Osten nach Westen verliefen bis auf einige schmale Querstücke an der Mietzer Grenze. Daher der Name.

Schwarze Breek
Ackerland, auf dem der Theilmannsche Hof mit einem ungewöhnlich großen Stück beteiligt war. Es wird früher in Heide gelegen haben, und nach der dunklen Färbung des Bodens wird der Acker seinen Namen bekommen haben.

Die Rübenstücke
Ackerland südlich von den Kurzen Blöcken und westlich vom Wieckenberger Weg. Hier waren alle alten Besitzer mit ganz schmalen Ackerteilen vertreten. Der Name rührt wohl daher, daß dieses Feld als Futterkamp gedacht war.

Bei Wallmanns
Bienenzaun, pl. Bie Wallmanns Immentun. In dem vorspringenden Zipfel hatte der Lohmannshof in Wietze früher einen Bienenstand.

Vor dem Wietzer Sande
Jetzt Ackerland. Westlich vom Wege Wietze - Wieckenberg.

Wietzer Schweinetrift
Der heutige Weg von Neuwietze an den Eichen vorbei nach Steinförde. In alter Zeit benutzte der Wietzer Sween mit seiner Schweineherde diesen Weg.

Wietzer Ochsentrift
Abzweig von der großen Wietzer Trift nach Süden an Wieckenberg vorbei ins Bruch.

Stöckener Weg
Weg von Osten nach Westen vom Krähenberg an den Neustädter Weg.

Tiefe Tal, pl. Deipendal
Links vom Stückener Weg am Schnittpunkt mit der Wietzer Schweinetrift.

Jeverser Kirchweg
Weg nach der Wieckenberger Kapelle.

Immenstätte Busch, pl. Immenstäes Busch
Hier stand früher eine Immenstelle,

Meitzer Weg
Verlängerung vom Stöckener Weg nach Südwesten.

Jackelsberg
Sanddünen vor dem Elzer Wege. Der Name erklärt sich vielleicht daraus, daß hier der Wagen nur mühsam durch den Sand kam.

Der schwarze Berg
Nördlich von dem Jackelberg, rechts vom Meitzer Wege. Seinen Namen hat er von der Heidebedeckung.

Auf dem weißen Sande
Genannt nach dem hellen Dünensand, der in früherer Zeit durch die Beweidung und Begehung mit den Schafherden bei trockenem Ostwind oft in Bewegung geriet und zu einer Gefahr für die Äcker und Wiesen werden konnte. Die Dünen sind in unserer Heimat schon vor über 200 Jahren planmäßig festgelegt.

Sandloch
Sanddüne nördlich vom Jackelsberg. Auch hier Auswehungen.

Gemeindeforst Steinförde
Die Aufforstung ist planmäßig geschehen, wie die Wege erkennen lassen.

Langenfeldsweg
Weg an der heutigen Schule vorbei zum Langenfelde.

Meßdor
In früherer Zeit stand in diesem Bereich ein gemeinsames Tor für die drei ältesten Höfe (Meinheitshof, Cohrshof und Timmenhof) in der Mitte des Dorfes Steinförde. Durch dieses Tor wurde der Dünger (Meß = Mist) auf die Felder gefahren.

Meßdorweg
Verbindungsweg zwischen Steinförder Straße (B 214) und Wieckenberger Straße, auf dem die südlich davon liegenden Ackerflächen "Kurze Blöcke" erreicht werden konnten.

Krähenberg, pl. Krainbarg
Eine geringe Erhebung am Wieckenberger Wege. Heute mit Abbauern besetzt.

Vor dem Hofe, pl. Vörn Hoffe
Dreieck zwischen dem Wieckenberger Weg, der Landstraße und dem Meßdorsweg.

Vom Wieckenberger Weg bis zur Wietze südlich der Landstraße

Winterbergsfeld
Ackerstück vor dem Winterberge.

Flath
Sumpfige Stelle wie Sandflath und Jeverser Flath in der Jeverser Gemarkung. Hier war früher die Schweineweide. Der Name verrät, wie viel höher früher der Grundwasserstand in unserer Feldmark war.,

Winterberg
Düne östlich vom Wieckenberger Weg unmittelbar an der Wieckenberger Gemarkungsgrenze. Früher muß der Berg von Wieckenberg seinen Namen bekommen haben. Alle Winterberge haben ihren Namen nach der Lage im Norden von dem betreffenden Dorf bekommen. Die Windrichtung von Nordosten zeigt strenge Kälte an, so wird der Name entstanden sein aus der Redensart: "Jetzt wird's Winter, der '9ind kommt über den Winterberg.' Nach der alten Erzählung soll bekanntlich eine Schlacht um die Grenze zwischen den Steinfördern und den Wieckenbergern stattgefunden haben, bei der die Wieckenberger hinter den Berg weichen mußten. Es ist möglich, daß damals der Winterberg in den Besitz der Steinförder Bauern kam.

Wieckenberger Kirchweg
Weg östlich von der heutigen Landstraße auf Beckmanns Hof zu.

Spukloch
Hier soll es früher nicht ganz richtig gewesen sein. Aber Näheres über den Spuk ist auch von den Alten nicht zu erfahren.

Weg nach der Klunsförde

Klunsförde
Durchfahrt durch die Wietze, heute auch Steg unmittelbar an der Wieckenberger Grenze. Die Erklärung ist schwierig. Es könnte früher Klintsförde geheißen haben. Dann ist Klint der hohe steile Uferabfall. Diese Erklärung stimmt mit der Sache überein.

Oselohfeld
Acker östlich vom Weg nach der Klunsförde.

Oselohberg
Der Name ißt schwer zu erklären. 1667 lautet die Form Uff Orseloß Berge.

Kastendamm
Die Ansiedluhg erfolgte vom Jahre 1906 an. Genannt wird sie nach dem Besitzer des "Schmedshofs" Kasten, dessen Hof auch "Kassenshof" genannt wird.

Möllers Twechten
Zufuhrsweg zu dem alten Mcs_l.lers Hof zwischen Rahte und Roses Hof. Früher bog dieser Weg rund um den Willshof herum, weil die Frachtfahrer so am bequemsten aufgestellt und gesichert werden konnten.

Kellerwiesen
Hier lag früher die alte Wietzer Wühle. Die Bedeutung kann nicht mehr erklärt werden.

Heuwinkel, pl. Hüwinkel
Wahrscheinlich liegt eine falsche Übersetzung des Katasterbeamten ins Hochdeutsche vor. Hübüsche und Hüberge sind in unserer Südheide nicht selten.

Heisterkamp, pl. Hesterkamp
Bedeutung Eichenkamp. Noch heute wachsen die Eichen hier gut.

Reuterwiese, pl. Rüterwisch
Wahrscheinlich Erinnerung an die Einquartierung mit Kavallerie in alter Zeit.

Tunwiesen, pl. Tunwischen
Wiesen im äußersten Zipfel von der Wieckenberger Feldmark. Bedeutung wahrscheinlich Zaunwiese, weil die Hegewischen früher mit Rickzäumen gegen die Beweidung geschützt wurden, zumal an einer solch gefährdeten Stelle an der Wieckenberger Feldmark.

Südlich der Landstraße am rechten Ufer der Wietze

Ochsentrift, pl. Ossendrift
Weg gleich rechts hinter der Wietzer Brücke. Hier wurde das Vieh von Steinförde früher ins Bruch getrieben.

Kuhtrift, pl. Kauhdrift
Besondere Trift für das Milchvieh.

Ochsenkamp, pl. Ossenkamp
Ackerstück an der Ochsentrift.

Auf dem breiten Sande
Östlich von der Trift.

Bruchweg, pl, Braukaweg
Abzweig von dem Hornbosteler Triftweg.

Schwarzer Kamp
Östlich vom Bruchwege. Heute Forst und Kaliwerkgelände.

Kalibahn
Früher Feldbahn vom Kalischacht Steinförde nach Südwinsen.zum Güterbahnhof.

Sandkamp
Ackerland, heute teilweise bepflanzt.

Am Eisenlohs Graben
Ursprünglich wahrscheinlich Oselohsgraben.

Steinkamp
Ackerland an der Landstraße. Die Alten unterscheiden den großen und kleinen Steinkamp.

Möllers Kamp
Im Straßenwinkel bei der Kaliwerks-Villa.

Am Winser Heuwege
Ackerland südlich vom Schwarzen Kamp. Gehörte wie der Steinkamp, der Schwarze Kamp zum Schmedshofe, ebenso auch der

Immenkamp
Hier stand früher ein Bienenzaun.

Hungerkamp
Der Name deutet auf den kläglichen Boden hin. Größere Strecken sind heute aufgeforstet.

Vor dem. Käsebusch
Wahrscheinlich eine neuere Bezeichnung durch einen Forstbeamten.

Namen aus dem Hausbuch von 1667

Rohebruche

Beym Pferdhagen
Der Flurname deutet auf die ausgedehnte Pferdezucht früher hin. Die Lage ist nicht mehr fest-zustellen.

Bultwisch
Eine unebene Wiese, die mit Grasbulten bestanden war,

Kattenhorst Drift
Lage unbekannt.

Die Dupe
Der Flurname hat mit dem hochdeutschen Wort Taufe nichts zu tun, sondern bedeutet tiefe Stelle.

Beckeloh = Beikloh

Floetwiesen = Flutwischen

Der Beitrag basiert im Wesentlichen auf einen Auszug aus der Steinförde-Chronik von Friedrich Barenscheer

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