Erinnern Sie sich noch an die großen Zeiten des Wietzer Fußballs?

Kriminalstatistik des Westkreises für 2008

Kriminalstatistik des Westkreises

Jahr 2008
(Simon Ziegler, CZ, 14.04.2009)
In keinem anderen Gebiet im Kreis Celle ist die Kriminalität im vergangenen Jahr so zurückgegangen wie im Bereich der Polizeistation in Wietze, zu der neben der Erdöl-Gemeinde auch Winsen und Hambühren gehören. Knapp 400 Straftaten wurden 2008 im Vergleich zum Vorjahr weniger gemeldet. Sorgen bereitet aber die Gemeinde Winsen, in der die meisten Straftaten begangen wurden.
Bild vergrößern

WIETZE. Die Gemeinde Winsen ist für die Polizei der Brennpunkt im Celler Westkreis. „Es ist auffällig, dass Winsen überdimensional durch jugendliche Straftaten betroffen ist“, sagte gestern Rüdiger Flader, Leiter der Wietzer Polizeistation, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2008. Sein Vertreter Frank Hennecke hat zudem ausgemacht, dass „die Qualität der Straftaten in Winsen höher ist, etwa bei Raubdiebstählen“.
Mit Erklärungsansätzen, warum in Winsen mehr Delikte verübt werden als in Wietze und Hambühren, tut sich die Polizei indes schwer. „Aus polizeilicher Sicht gibt es dafür keine Erklärung“, so Flader. Dass in Winsen alle Schulformen vorhanden sind, sei ein möglicher Ansatz. Dagegen spreche aber, dass an den Schulen selbst nicht mehr Straftaten gemeldet würden als an den Schulen der Nachbarkommunen, so Flader.

Der abgelegene Jugendtreff in Südwinsen sei ein weiterer Ansatzpunkt, da viele Jugendliche den Treff nicht annehmen und sich im Ortskern aufhalten. Besonders brenzlig sind für die Polizei die Straße „Am Küsterdamm“, die Skaterbahn sowie Treffpunkte an der Aller. Vergleichbare Problemlagen gebe es in Hambühren und Wietze nicht, sagte Flader. Der Polizeidienststellenleiter unterstützt aufgrund der Schwierigkeiten in Winsen die Forderung nach einem Streetworker. Dafür hatte sich zuletzt der dortige Präventionsrat ausgesprochen.

Genaue Zahlen, in welcher Gemeinde wie viele Straftaten verübt wurden, liegen aber nicht vor. Die Polizei bearbeitet die Fälle nicht nach Gemeindegrenzen, sondern nach einzelnen Deliktfeldern.
Sinkende Zahlen: Trotz der Probleme in Winsen ist die Polizeistation mit dem vergangenen Jahr zufrieden. Besonders durch die Festnahme von zwei Intensivtätern sei die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Allein auf das Konto eines Kriminellen seien 70 Straftaten, vor allem im Bereich der Autoaufbrüche, gegangen. Zudem wurde ein jugendlicher Intensivtäter festgenommen, der über mehrere Jahre für mehr als 100 Straftaten verantwortlich sein soll.

Ein weiterer Grund für die sinkenden Straftatzahlen ist der Rückgang bei den Diebstählen. Dies sei auf die höhere Präsenz der Ordnungshüter zurückzuführen, so die Polizei. Die Zahl der Sachbeschädigungen konnte im vergangenen Jahr nahezu halbiert werden. Wurden 2007 noch 101 Sachbeschädigungen gemeldet, waren es 2008 nur noch 55. Einbrüche.
In diesem Jahr will die Polizei in Wietze ihr Augenmerk verstärkt auf Einbrüche in Wohnungen und Häuser legen. Dieses Ziel habe die Polizeiinspektion in Lüneburg vorgegeben. In den Celler Westkreis-Gemeinden wurden im vergangenen Jahr 77 Diebstähle in Wohnungen gemeldet. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2007 zwar ziemlich stabil, als 79 dieser Straftaten begangen wurden. Trotzdem sind die Einbrüche alarmierend: In Wietze, Winsen und Hambühren wird demnach fast jeden vierten Tag in eine Wohnung eingebrochen.

Wietze hat Energie und hier zu leben, ist goldrichtig!