Ernst Hoopmann

Kurzporträt

Ernst Hoopmann aus Wietze gibt bei jedem Lied den Ton an
(Ihb, CZ, 4.3.2009)

„Das richtige Gehör muss man haben.. .”
Seit 20 Jahren den Stab fest in der Hand

Ob Goldfasan, ein kräftiger Keiler oder der röhrende Hirsch im Abendrot - alle drei Jagdmotive drücken aus, dass hier ein erfolgreicher Schütze zu Hause ist. Am Giebel des weißen Siedlungshauses in Wietze haben die Scheiben ihren Platz, weisen von der Straße aus den Weg zu Ernst und Hannelore Hoopmann.
Ernst Hoopmann gibt den Takt an - zumindest im Spielmannszug des Schützenvereins Wietze-Steinförde. Hier ist der 62-Jährige seit inzwischen 20 Jahren Stabführer, auch wenn er Jahr für Jahr ans Aufhören denkt. Am liebsten marschiert er in seiner Schützenuniform zu Musik - zu seiner eigenen. Zwischen Anwinken und Abwinken liegen für Ernst Hoopmann und seine 30 Aktiven im Spielmannszug die Takte, die von Querflöten, Lyren oder Schellenbäumen, Trommeln, Pauke und Becken genutzt werden.

Egal ob „Locke”, „Preußens Gloria”, „Sang und Klang”, „Lieben” oder „Ein Stern ...” – der Stabführer gibt bei jedem Lied den Ton an. „Nach dem Anwinken folgt eine kleine Schlaufe - dann geht's runter und-auf dem linken Fuß geht's los”, beschreibt der Musiker seine Aufgabe, denn seit 20 Jahren hat Hoopmann den Stab fest in der Hand.
Rund 50 Stücke beherrschen die Spielleute. „Ohne Noten”, ist Hoopmann recht stolz. „Ich weiß, wie sich das anhören muss.” Ohne Noten zu spielen, sei durchaus eine Kunst. Nur so sei seien Improvisations- und Stegreifspiel möglich.
Bereits in der Schule hat Ernst Hoopmann musiziert: Im Orchester spielte er die Kesselpauken. Seit 1969 wohnt er nun in Wietze. „26 Jahre habe ich mit Musik verbracht”, berichtet der Mann mit dem charakteristischen Bart davon, dass er eigentlich gemeinsam mit seiner Tochter Nicole, sie ist inzwischen 38, zur Musik gekommen ist. Schlagzeug, Pauke und Becken waren seine favorisierten Instrumente. „Lust hatte ich schon immer, es fehlte nur der Anschub ...”, fasst er seine Leidenschaft zusammen. „Nicole war dann eine Woche schneller als ich.” Inzwischen spielt selbst Enkeltochter Franziska schon seit zehn Jahren Querflöte.

Sein Vorgänger Helmut Busse hatte 38 Jahre lang die Führung des Spielmannszuges gehabt, als Hoopmann während Erich Hasselmanns Geburtstagsfrühstück erfuhr: „Ernst, das kannst Du doch machen!” Gesagt, getan. „Da wurde ich mächtig ins kalte Wasser geschmissen”, denkt Hoopmann noch heute an die Anfänge zurück. Kein Wunder, dass es ihm bereits nach einem ' Jahr reichte. Zumal er selbst 1990 Schützenkönig wurde und die Scheibe mit dem Keiler ans Haus genagelt bekam.
Aber Stabführerlehrgänge in Schwarmstedt halfen, Unsicherheiten zu überwinden und Musik und das Erscheinungsbild des gesamten Zuges zu betonen.

Zu unserer eigenen Silberhochzeit spielten wir 1995 in der Wieckenberger Stechinelli-Kapelle", schaut er seine Hannelore an. Beide schwelgen in Erinnerungen. Inzwischen haben sie drei Mädchen und sechs Enkel.
Und trotzdem wird Ernst Hoopmann traurig, wenn er daran denkt, dass der Spielmannszug 2001 eine Einladung zur
Steubenparade nach New York hatte. „Eine Woche vor unserer Reise nach Amerika gab es den Terroranschlag auf das World Trade Center ... Damit war alles kaputt.” Das kommt nie wieder!

Sonstige Vereinsaktivitäten
1990 und 1995: Schützenkönig des Schützenvereins Wietze-Steinförde