Wietze hat Energie und hier zu leben, ist goldrichtig!

Grete Speiel

Kurzporträt
* 1897
† 1962 in Wietze

Wer war eigentlich Frau Grete Speiel?
(von Helmut Speiel, März 2005)

Die älteren Mitbürger kennen sie noch. Sie war die Tochter des Bohrmeisters Heinrich Schuster, dem Gründer des "Schützenhofes".
1928 verunglückte ihr Mann, der Zimmermeister Heinrich Speiel tödlich. Sie kehrte ins Elternhaus nach Steinförde zu ihrem Vater zurück, dessen Frau früh verstorben war. Damals war ich erst 4 Monate alt. Mutter führte den Haushalt u. hat im Geschäft mit gearbeitet. So bin ich als „Kneipenkind” aufgewachsen. 1940 verstarb Heinrich Schuster als 70-Jähriger. Grete konnte den „Schützenhof” von der Erbengemeinschaft käuflich erwerben. Sie hat in den Kriegsjahren sehr viel gearbeitet, in manchen Monaten fast 50 Hektoliter Bier ausgeschenkt . Damals waren sehr viele Soldaten für die Ölförderung eingesetzt. Die Soldaten hatten sie richtig liebgewonnen. Ein ganzer Karton mit Feldpostbriefen ist noch erhalten. Nach Kriegsende sollte unser Haus eine englische Kommandantur werden. Ein Major hatte das Haus, das mit Flüchtlingen überfüllt, war für gut befunden. Dann drehte er in der Küche den Wasserhahn auf. Da kam nichts. „What,s that” ?
Die Wasserpumpe war noch nicht erneuert. Da hat sich der Major für das Haus Rahte entschieden. Ende Juli 1945 war meine Gefangenschaft beendet. Mutter Grete hat zielstrebig weiter gearbeitet, ich habe meine Praktikantenstelle bei der Deutschen Erdöl wieder aufgenommen. Nach abgeschlossenem Ingenieurstudium wollte ich eine 6-Wochenauszeit nehmen. Da habe ich schon im Geschäft mit geholfen.
Es folgten verschiedene Renovierungen und Reparaturen am Haus. Das Geschäft entwickelte sich rasant. Mutter Grete drängte mich, in meinen erlernten Beruf zu gehen. Sie wollte einen Geschäftsführer einstellen, ev. verpachten oder ev. auch verkaufen. Da hats bei mir "Klick" gemacht. Der Betrieb sollte nicht in fremde Hände kommen. Mit Fernlehrgängen, aufmerksamen Zuschauen bei Kollegen habe ich das nötige Rüstzeug nachgelernt und bin als Gesellschafter eingestiegen.
So ist der Betrieb ständig gewachsen.
1960 habe ich dann meine Ehefrau Bärbel geheiratet. Sie brachte eine exzellente Küchenausbildung aus dem Celler „Parkhotel Sandkrug” mit nach Wietze. Mutter Grete konnte sich jetzt zurückziehen. Leider ist sie 1962 im Alter von 65 Jahren an einem Zwerchfelibruch verstorben.

Ps. Eine besondere Verbindung bestand zu jeder Zeit zum Schützenverein Wietze-Steinförde. 1951 richtete sie das Schützenfest aus. Das lief noch über vier Tage. Ich habe kräftig mit geholfen.
Ab 1955 kam das Schützenfest auf den jetzigen Schützenplatz und die Bewirtschaftung lag bis 1973 bei uns. Mutter Grete hat bis 1960 alles fein organisiert. Jeder Tresen hatte eine grosse Kiste, wo alles drin war, was man brauchte. Wir haben diese Arbeit gern gemacht und hatten immer sehr gute Mitarbeiter.

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