Wussten Sie schon, dass einige Hornbosteler Schulkinder früher einen erheblich kürzeren Schulweg hatten - die Schule lag dort, wo heute die ev. Kirche steht - als beispielsweise die Kinder unserer Wietzer Bauern? (mehr)

Wilhelm und Herbert Bültemann

Helmut Speiel erinnert sich an Menschen im Schützenhof

Wilhelm war der Vater von Herbert und betrieb eine kleine Landwirtschaft. Im Winter war er als sehr guter Hausschlachter ein gern gesehener Gast. Das Bild zeigt ihn mit einer Sau, die 528 Pfund wog.

Nachdem die ausgenommen war, trug er die allein auf dem Rücken in unser Haus in die Wurstküche. Er war ein rechtes Raubein, aber herzensgut. Eigentlich sollten zwei Soldaten das Schwein tragen. Als Wachmann in Hambühren hatte er die beiden Feldwebel zum Helfen bestellt. Die Ausdrücke, die er für die Männer brauchte, als die zusammensackten, möchte ich hier nicht wiedergeben.
Auf dem Trittstein am Hause zerteilte er das Tier. Dann wurde Wurst gemacht, Schnaps getrunken, Kesselfleisch gegessen, wie das auf dem Dorfe so üblich war.

Was Wilhelm ablieferte, war immer beste Qualität. Einen Nachfolger, den Herbert Hermann, hat er noch angelernt. Leider ist der früh verstorben. Keiner hat je die Qualität erreicht.

Eine Geschichte hat sein Sohn Herbert überliefert.
Herbert konnte morgens gar nicht gut „aufstehen“
Wilhelm rief unten an der Treppe, Herbert antwortete, ich komme! Er kam aber nicht. Das wiederte sich noch einmal. Wieder kam Herbert nicht. Wilhelm ging zur „Zucke“, das war die große Wasserpumpe in der Küche. Er pumpte einen großen Eimer kaltes Wasser voll. Den bekam Herbert , nachdem er ihm die Decke weggezogen hatte, voll aufs Fell!
Seit dem brauchte Wilhelm nur ganz leise zu rufen, das Aufstehen war gelernt worden.

Herbert wurde dann Berufskraftfahrer bei der Firma Rahte, wo er dann Forstpflanzen beförderte.
An einem Sonntag war er als Gast bei uns im Haus, hatte einiges getrunken. Er sagte, ich muss jetzt aufhören, denn um 22 Uhr gehe ich noch auf große Fahrt nach Belgien. Ich sagte, du darfst doch nicht mehr fahren. Kurz danach stellte er seinen Sattelzug vor unsere Haustür, kam in Puschen herein und trank noch eine Cola. Ich wollte ihm einen Schreck einjagen. Ich bestieg den Wagen, der nicht abgeschlossen war, der Schlüssel steckte. Ich ließ den Motor an und fuhr den Zug auf den Schützenplatz. Herbert hatte nichts mitbekommen, trank seine Cola und wir beide gingen zur Straße. Er hat sich furchtbar erschrocken Alle Papiere, das Geld..., alles weg! Ich half noch mit „suchen“.
Als wir dann „fündig“ wurden, hab ich ihm gesagt, dass er mal einen Denkzettel haben musste. Das hat er eingesehen. Ich fahre jetzt bis zum Nachbarort Jeversen, stelle mich auf den Parkplatz und schlafe bis 5 Uhr. Dann bin ich wieder fit. So weit so gut, es ist nichts passiert.
1983 hatte er die gleiche Fahrt nach Belgien zu fahren. Seine Kunden bemerkten, dass Herbert krank war, wollten ihn zu einem Arzt fahren. Er lehnte ab und fuhr los.
Die Polizei hat ihn auf einem Parkplatz gefunden. Er lag am Hinterrad des Zuges, hatte einen Blutsturz und war daran verblutet. „Golddollar“, „Players Navy-Cut“ und „Red Rock“ waren die Zigarettenmarken: Lungenkrebs.
Ein Versprechen konnte ich noch einlösen. Wir hatten uns versprochen, wer als erster stirbt, der Überlebende trägt ihn.

Wussten Sie schon, dass das Erdölmuseum 2009 einen Festakt zum 150. Jahrestag der ersten Erdölbohrung der Welt veranstaltete?